Antwort

Die Sanierung des MRSA besteht aus einer Kombinationsbehandlung mit einer antibiotischen Nasensalbe (z.B. Mupirocin Nasensalbe), ggf. Rachenspülung oder Tabletten und eines desinfizierenden Shampoos/Haarspülungen für 5 bis 7 Tage. Dann folgt eine Pause von 2 bis 4 Tagen, danach sollte eine Erfolgskontrolle durchgeführt werden, um festzustellen, ob der Patient jetzt MRSA-frei ist. Achtung! Sanierung ist nur geeignet um MRSA von der Haut und der Schleimhaut eines Menschen zu entfernen, im Fall einer Kolonisation (Trägerschaft). Macht der MRSA den Patient krank, besteht eine Infektion gegen die Antibiotika in Form von Tabletten oder Infusionen eingesetzt werden.

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Anmerkungen

Die endgültige Entfernung von MRSA von der Haut und der Schleimhaut eines Menschen nennt man Sanierung. Liegen Faktoren vor, die das Vorhandensein von MRSA erleichtern (sanierungshemmende Faktoren: Antibiose, Wunde, MRSA-Infektion, Katheter etc.) kann eine Sanierung nur in seltenen Fällen erfolgreich sein. Hier steht zunächst die Heilung bzw. Beendigung der Faktoren im Vordergrund. Während dieser Zeit angewandte Nasensalben oder Waschungen der Haut können die MRSA-Anzahl im Einzelfall jedoch reduzieren, um einer Infektion vorzubeugen. Doch Vorsicht! Hierdurch kann die Haut/Schleimhaut des Patienten strapaziert werden. Daher ist eine genaue Abwägung notwendig. Liegt kein Risikofaktor vor (z.B. bei Personal, Kindern) oder ist der Risikofaktor beseitigt (Wunde verheilt) kann mit der endgültigen Sanierung begonnen werden. Hier halten wir es aus unserer Erfahrung heraus für sinnvoll sechs Phasen der Sanierung zu unterscheiden (Quelle MRSA-Helpdesk AW. Friedrich). Die folgenden Informationen sind als Empfehlungen des EUREGIO MRSA-net Projektes zu verstehen. Im Einzelfall sind aber auch anders lautende Empfehlungen zu berücksichtigen:

  1. Phase A (Abstrich): Ein Patient hat ein MRSA-Risiko und muss abgestrichen werden. Liegt kein Besiedlungsstatus der Prädilektionsstellen für MRSA vor, muss vor Behandlung ein Kolonisationsstatus (Nasenvorhof, Rachen, Achseln, Leiste oder Rektum, ggf. Wunde) erhoben werden.
  2. Phase B (Behandlung): Liegen beim Patienten keine sanierungshemmenden Faktoren vor, bekommt der Patient eine MRSA-Behandlung (Sanierung). Diese erfolgt individuell angepasst und besteht abhängig von der Grunderkranung aus Anwendungen einer antibiotischen Nasensalbe, ggf. Rachenspülung oder Tabletten und eines desinfizierenden Shampoos/ Haarspülungen. Die Dauer der Behandlungsphase liegt i.d.R. zwischen 5 und 7 Tagen.
  3. Phase C (Pause): Diese Phase ist notwendig, damit Rückstände antimikrobieller Substanzen keine fälschlicherweise negativen Abstrichergebnisse ergeben. Die Dauer dieser Phase kann 2 bis 4 Tage (Robert Koch Institut sagt 3 Tage) dauern.
  4. Phase D (Erfolgskontrolle) Kontrollabstriche: Nutzt man den kulturellen Nachweis, ist es empfehlenswert im Krankenhaus 3 Abstriche an 3 aufeinander folgenden Tagen von allen vorher MRSA-positiven Lokalisationen zu entnehmen. Mit dem Labor kann über die Möglichkeit eines Poolens der Abstrichtupfer im Labor gesprochen werden. Bei der Kontrolle ist zunächst nur interessant, ob der Patient MRSA-frei ist. In der Arztpraxis reicht zunächst eine Abstrichkontrolle.
  5. Phase E (Wiederholungsabstriche): Da bekannt ist, dass sich bis zu 50 Prozent der Sanierten innerhalb eines Jahres wiederbesiedeln, sind Kontrollabstriche notwendig. Als Richtwerte für die Abstrichhäufigkeit können folgende Angaben dienen: Die Abstrichhäufigkeit unterscheidet sich, je nachdem ob der Patient stationär oder ambulant behandelt wird. Im Krankenhaus werden nach 1 Monat, zwischen dem 3. und 6. bzw. nach 12 Monaten Abstrichkontrollen durchgeführt. In der Arztpraxis erfolgen Kontrollabstriche zwischen dem 3. und 6. Monat und wenn möglich 12 Monate nach Sanierung (Abstrichergebnisse von Krankenhausaufenthalten beachten!).
  6. Phase F (Frei): Nach 12 Monaten und negativen MRSA-Abstrichen gilt der Sanierte als MRSA-frei. Er hat jedoch eine positive MRSA-Anamnese und sollte bei Aufnahme in ein Krankenhaus gescreent werden. Auch eine prophylaktische/ präventive Isolation des Patient bis zum Ausschluss einer Wiederbesiedlung/frustranen Sanierung kann empfohlen werden.

Quellen

Zum Beispiel

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