Antwort

10809491Wie oft?

Hinweise zur Festlegung einer sinnvollen Vorgehensweise beim MRSA Screening gibt die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes (RKI). Sie sollte den Mindeststandard für alle deutschen Krankenhäuser darstellen. Darüber hinaus können u.U. erweiterte Screeningmaßnahmen sinnvoll sein. Bei Neuaufnahme der von Risikopatienten (siehe Frage 13). Wenn der Patient positiv ist, ist anzuraten nach Durchführung einer Sanierung zunächst 3 Tage abzuwarten und dann jeweils einen Abstrich an drei aufeinander folgenden Tagen von allen zuvor positiv getesteten Lokalisationen zu entnahmen. Sind diese Abstriche negativ gilt der Patient als vorläufig MRSA negativ und die Isolation auf der Station kann aufgehoben werden.

Wie?

Bei der stationären Aufnahme von Patienten, die durch die MRSA-Screeningempfehlung als Risikopatienten identifiziert werden sollte mindestens ein Nasenabstrich, ggf. ein Rachenabstrich und gegebenenfalls einen Abstrich einer Wunde vorgenommen werden. Hat der MRSA Patient eine MRSA Anamnese müssen zusätzlich die ehemals positiven Abstrichlokalisation (z.B. Rektum) untersucht werden.

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Anmerkungen

Um eine MRSA-Besiedlung mit hoher Sensitivität beurteilen zu können sollten keine Einzelabstriche untersucht werden, sondern immer Abstrichserien. Zu einer vollständigen Abstrichserie gehören Abstriche von folgenden Körperstellen:

  • Nase: Abstriche vom Nasenvorhof links und rechts gepoolt, d.h. ein gemeinsamer Abstrichtupfer
  • Rachen: Hinterwand bzw. Tonsillen
  • Leiste: Hautfalte links und rechts gepoolt
  • perianal bzw. perineal
  • falls vorhanden Wunden, Hautdefekte (Dekubitus, Ulcus, ekzematöse Hautareale, Einstichstellen, (PEG, Cystofix etc.)
  • bei beatmeten Patienten: Trachealsekret
  • bei vormals mit MRSA-besiedelten Patienten sollten diejenigen Körperstellen an denen schon einmal MRSA nachgewiesen wurde, mituntersucht werden.

Abstrichserien von Patienten dürfen nicht unter laufenden Sanierungsmaßnahmen oder einer MRSA-wirksamen antibiotischen Therapie (z.B. Vancomycin, Teicoplanin, Synercid®, Linezolid®, evtl. Rifampicin) abgenommen werden. Diese Maßnahmen müssen seit 48 h abgesetzt sein. Die Abstriche sollen ohne vorhergehende Behandlung des Abstrichgebietes (waschen, desinfizieren) abgenommen werden. Die verwendeten Abstrichtupfer in Transportmedium bringen, und entsprechend den Wünschen des bearbeitenden Laboratoriums beschriften.

Laut Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am RKI „KRINKO“ kann nach erfolgter Sanierung nach drei negativen vollständigen Abstrichserien die Isolierung des Patienten aufgehoben werden. Der Patient gilt als vorläufig MRSA frei. Durchschnittliche Untersuchungsdauer: 3 -4 Tage

Quellen

Zum Beispiel

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